Homöopathie

 

Die Homöopathie führt zur Anregung und Stärkung der körpereigenen Selbstheilungskraft und reguliert die Vorgänge im Körper.
In der klassischen Homöopathie werden meistens Einzelmittel, also ein Mittel das aus einer einzigen Ausgangssubstanz hergestellt wird, eingesetzt - gemäß dem Ähnlichkeitsprinzip Dr. Samuel Hahnemanns:" Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt".
Auch Komplexmittel, die aus mehreren homöopathischen Mitteln bestehen, kommen zum Einsatz.
 

Klassische Homöopathie 

Klassische Homöopathie ist eine der wirkungsvollsten ganzheitlichen Heilmethoden. Neben der körperlichen wird der psychischen und sozialen Befindlichkeit gleichwertige Aufmerksamkeit geschenkt. Die Homöopathie ist die Wiege der psychosomatischen Medizin. Seit mehr als 200 Jahren therapieren homöopathische Ärzte in Europa, Amerika und Indien entsprechend der Idee einer gegenseitigen Beeinflussung von körperlichen und psychischen Leiden. 

  • Das homöopathische Prinzip 

  • Wo hilft Homöopathie – Homöopathie in der Geburtshilfe 

  • Falsch angewandte Homöopathie 

  • Gefahren zu häufiger Arzneieinnahmen 

  • Gefahren undifferenzierter „homöopathischer Geburtsvorbereitung“ 

  •  Gefahren des homöopathischen Abstillens 

  • Gefahren homöopathischer Komplexmittel 

  • Grenzen der Homöopathie 

  • Zusammenstellung einer Homöopathischen Hausapotheke 

  • Geburtshilflich relevante Arzneimittel 

 

Das homöopathische Prinzip 

Die drei Grundpfeiler der klassischen Homöopathie sind die

Potenzierung - Herstellung der Arzneien durch verschütteln UND verdünnen, die 

Arzneimittelprüfung - am Gesunden (liefert das Wissen über jene Krankheitssymptome, die den Erkrankten heilen) und die  

Simile-Regel - jene Krankheitssymptome, die eine Arznei am Gesunden hervorbringt, kann sie am Kranken rasch und rückfallsfrei heilen 

 

Wo hilft Homöopathie - Homöopathie in der Frauenheilkunde 

Gerade in der Frauenheilkunde hat sich die homöopathische Therapie vielfach bewährt. Jahrelange, intensive Erfahrung in der Kombination von Geburtshilfe und Gynäkologie mit klassischer Homöopathie bestätigen die Wirksamkeit dieser Behandlungskombination. Durch den Einsatz von Homöopathie können viele nebenwirkungsreiche Interventionen verhindert werden. 

 

Falsch angewandte Homöopathie 

Homöopathie eignet sich nicht zur prophylaktischen Anwendung, da Symptome vorhanden sein müssen, anhand derer das korrekte Arzneimittel auszuwählen und zu verordnet ist. Eine homöopathische Therapie setzt ein gründliches Studium der klassischen Homöopathie voraus, um erfolgreich und nebenwirkungsfrei eingesetzt zu werden. Die klassische Homöopathie verlangt immer eine belegbare, nachvollziehbare Behandlungsmethodik. Treten neue Symptome auf, so müssen sie richtig zugeordnet werden, da durch falsche homöopathische Arzneigabe neue, sogenannte „Prüfungssymptome“ an der Patientin erzeugt werden könnten. 

 

Gefahren zu häufiger Arzneieinnahmen 

Einer der größten Fehler in der homöopathischen Behandlung ist die zu häufige Wiederholung von Arzneimitteln – denn dadurch verschlimmert sich der Zustand des Patienten. Es ist falsch davon auszugehen, dass homöopathische Mittel nebenwirkungsfrei wären.Im Gegenteil: die Arzneimittelprüfung am Gesunden ist ein bewusstes Provozieren von Arzneimittelsymptomen am gesunden Probanden, um die Arznei in ihrer spezifischen Wirkung und unter kontrollierten Bedingungen zu prüfen. So wird in empirischen Versuchsreihen erforscht, welche Arznei bei welchen Symptomen verabreicht werden soll. 

Wichtig ist somit die kontrollierte Verabreichung der Arznei – denn in der Homöopathie gilt: »Weniger ist mehr«. Die Verabreichung verlangt genaue Kenntnis über die Wirkung der Arznei, um ein Neuauftreten von Symptomen richtig deuten zu können. Es gilt, zwischen einer harmlosen, rasch reversiblen Erstverschlimmerung und einer Arzneimittelprüfung – ausgelöst durch zu häufige Gabe eines nicht passenden Mittels – differenzieren zu müssen. 

Homöopathische Therapien müssen daher von gut geschulten, mit der Methode vertrauten und erfahrenen Ärzten und Hebammen angewandt werden. Je erfahrener eine homöopathische Ärztin oder Hebamme ist, umso geduldiger wartet sie die Reaktion auf eine Arzneigabe ab, bevor er diese wiederholt. 

 

Gefahren undifferenzierter „homöopathischer Geburtsvorbereitung" 

Eine weit verbreitete Empfehlung an Schwangere – die einige Wochen vor dem Geburtstermin stehen – ist, zur Geburtserleichterung Caulophyllum und Pulsatilla im Wechsel einzunehmen. Die regelmäßige Einnahme dieser beiden Arzneien, wenn nicht nach dem Simile-Prinzip verordnet, führt jedoch häufig zu folgenden Problemen: Die Patientin erlebt meist eine gute, rasche Eröffnungsphase mit einem Geburtsstillstand in der Austreibungsperiode – dies kann medizinische Interventionen wie Saugglocke oder sogar einen Kaiserschnitt erforderlich machen, die bei einer nicht unspezifischen Einnahme der beiden Mittel vermeidbar gewesen wären. 

Der Grund: Falls eine Patientin nicht zufällig ihrer Konstitution gemäß Caulophyllum oder Pulsatilla braucht, so wird sie durch die wochenlange Einnahme dieser Arzneien zwangsläufig eine Arzneimittelprüfung durchmachen. Das heißt, dass jede Patientin, die Caulophyllum fälschlicherweise eingenommen hat, infolge der Arzneimittelprüfung in eine Wehenschwäche in der Austreibungsphase getrieben wird. Pulsatilla bewirkt in der unfreiwilligen Arzneimittelprüfung, dass die Patientin psychisch labil wird, weinerlich und anlehnungsbedürftig ist und dass sie das Vertrauen in sich und die Fähigkeit zum Gebären verliert.  

 

Gefahren des homöopathischen Abstillens  

Oft wird Patientinnen vorgegaukelt, sie könnten durch mehrmalige Einnahme von Phytolacca in niederer Potenz »natürlich« Abstillen. Tatsächlich ist daran nichts »Natürliches«, da man lediglich eine Arzneimittelprüfung an einer gesunden Frau durchführt. Bei dieser unfreiwilligen Arzneimittelprüfung ist das Versiegen der Milch ein Arzneimittelnebeneffekt – eben genau jenes Symptom, bei dem Phytolacca hilfreich sein kann, wenn die Milchproduktion ungewollt plötzlich aufhört. Versiegt durch Phytolacca die Milch bei einer gesunden Frau, so wird sie auch andere für die Arznei typische Symptome entwickeln, die im Falle einer heftigen, schmerzhaften Pharyngitis möglicherweise sogar mit Antibiotika behandelt wird, wenn die Ärztin diese Symptome nicht als homöopathisch provoziert erkennt. 

Das plötzliche Abstillen ist von der Natur nicht vorgesehen und kann daher homöopathisch nicht durchgeführt werden. Die Homöopathie versucht im Organsimus immer den natürlichsten, gesündesten Zustand herzustellen – daher sind weder plötzliches Abstillen, noch die Provozierung eines Abortes homöopathisch möglich. Natürliches Abstillen bedeutet Schritt für Schritt seltener zu stillen, bis die Brust sich an den verringerten Milchbedarf angepasst hat. Es sollte viel körperliche Bewegung gemacht werden (festen, engen BH verwenden, da die schwere Brust sonst schmerzt) und – sobald man das Stillen ganz unterlässt – mehrmals über den Tag verteilt eine Tasse Salbeitee und Pfefferminztee trinken, die nachweislich die Milchproduktion hemmen. 

 

Gefahren homöopathischer Komplexmittel 

Komplexmittel sind Mischpräparate aus homöopathischen Tiefpotenzen. Komplexmittel lindern oft oberflächliche Krankheitssymptome, können aber zu erheblichen „Nebenwirkungen“ führen.  
Ein Beispiel: Eine junge Patientin litt in Folge eines grippalen Infektes an starkem Husten. Sie kaufte in der Apotheke ein Komplexmittel, das unter anderem aus der Arznei Belladonna bestand. In der Hoffnung, dass bei häufiger Einnahme das Fieber sinken würde und die allgemeinen Grippesymptome weniger würden, steigerte sie die Einnahme. Nach einigen Stunden entwickelte die Patientin zusätzlich heftigste, pochende Kopfschmerzen, das Fieber stieg deutlich an, der Husten wurde schmerzhaft und quälend. Als die Patientin die Einnahme weiter steigerte, nahmen die Krankheitssymptome an Intensität weiter zu und es kam heftige Unruhe hinzu. Die nach zwei Tagen beigezogene Homöopathin setzte das Komplexmittel ab, antidotierte es und nach wenigen Stunden war die Patientin wieder beschwerdefrei. 

Aber Vorsicht: nicht immer können negative Wirkungen von homöopathischen Arzneien rückgängig gemacht werden. Komplexmittel werden fälschlicherweise als bedenkenlos eingestuft. Die hochwirksamen homöopathischen Arzneien in den Komplexmitteln können jedoch zu starken Arzneimittelprüfsymptomen führen. Es wäre wichtig, die Patienten beim Kauf mündlich darauf aufmerksam zu machen oder auf entsprechende Warnungen im Beipacktext hinzuweisen. 

 

Grenzen der Homöopathie 

Die Grenzen der Homöopathie liegen dort, wo bereits irreversible Organschäden aufgetreten sind und wo die Erfahrung und das Wissen der behandelnden homöopathischen Ärztin an seine Grenzen stoßen. Je gründlicher das Studium der Homöopathie betrieben wird, umso größer die Zahl der Heilungen. Ein homöopathische Ärztin sollte für andere Homöopathen nachvollziehbare Entscheidungen in der Arzneimittelfindung und Art der Behandlung treffen und Patienten – deren Krankheit sich trotz bemühter Behandlung nicht verbessert – vorschlagen, sie einem erfahrenerem Kollegen vorzustellen. 

Für den erfolgreichen, sicheren Einsatz der Homöopathie bedarf es einer soliden schulmedizinischen Ausbildung sowie eines fundierten homöopathischen Wissens. Nur so kann die Patientin sicher sein, optimal betreut zu werden. 

 

Zusammenstellung einer homöopathischen Hausapotheke 

Akute Krankheiten beginnen oft nachts oder am Wochenende – eben genau dann, wenn man schwer eine Apotheke findet, die homöopathische Arzneimittel in der benötigten Potenz lagernd hat. Es hat sich daher bewährt, die wichtigsten Akutarzneien zu Hause zu haben:

 

1. Aconitum 
2. Apis 
3. Arnica 
4. Arsenicum album 
5. Belladonna 
6. Bryonia 
7. Calcium carbonicum 
8. Cantharis 
9. Carbo vegetabilis 
10. Chamomilla 
11. China 
12. Cocculus 
13. Coffea 
14. Eupatorium 
15. Ferrum phosphoricum 
16. Gelsemium 
17. Hepar sulfuris 
18. Ignatia 
19. Kalium bichromicum 
20. Lycopodium 
21. Natrium muriaticum 
22. Nux vomica 
23. Phosphorus 
24. Pulsatilla 
25. Rhus toxicodendron 
26. Sepia 
27. Silicea 
28. Spongia 
29. Staphysagria 
30. Sulfur 
31. Thuja 
32. Veratrum album 

 

Geburtshilflich relevante Arzneien: 

1. Acidum phosphoricum 
2. Aconitum 
3. Apis 
4. Arnica 
5. Arsenicum album 
6. Aurum 
7. Belladonna 
8. Bellis perennis 
9. Bryonia 
10. Calcium Carbonicum 
11. Calendula  
12. Cantharis 
13. Carbo vegetabilis 
14. Castor equi 
15. Caulophyllum 
16. Chamomilla 
17. China 
18. Cimicifuga 
19. Cocculus 
20. Coffea 
21. Colocynthis 
22. Crocus sativus 
23. Cuprum metallicum 
24. Ferrum phosphoricum 
25. Ferrum metallicum 
26. Gelsemium 
27. Hypericum 
28. Hepar sulfuris 
29. Ignatia 
30. Ipecacuhana 
31. Kalium carbonicum 
32. Lycopodium 
33. Natrium muriaticum 
34. Nux vomica 
35. Opium 
36. Phosphorus 
37. Phytolacca 
38. Platinum 
39. Pulsatilla 
40. Rhus toxicodendron 
41. Sabina 
42. Secale 
43. Sepia 
44. Silicea 
45. Staphysagria 
46. Sulfur 
47. Thuja 
48. Ustilago 
49. Veratrum album 

 

 

Quelle: Dr. Micha Bitschnau, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe  

Member of the Faculty of Homeopathy, England 

 

Matthias
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Laura
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